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Save the seas - gemeinsam für den Schutz der Meere!

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Im spannenden Interview mit Pascal van Erp - Gründer der Ghost Fishing Stiftung - erfahren wir mehr über die Mission, Aufgaben und nicht ungefährlichen Einsätze der engagierten ehrenamtlichen Meeresschützer.

Healthy Seas arbeitet mit freiwilligen Tauchern der Ghost Fishing Foundation in Europa zusammen, um die in den Meeren und Ozeanen verloren gegangenen Fischernetze zu bergen und um so viele Meerestiere wie möglich zu retten. Die Tauchgänge sind sehr schwierig und gefährlich, da die  Taucher oft bei schlechten Sichtverhältnissen tauchen müssen, beispielsweise in der Nordsee. Mit einer Gruppe von Tauchern können ca. 300 kg Geisternetze am Tag geborgen werden. Wie solche Bergungs- und Rettungsarbeiten genau ablaufen, beantwortet uns Pascal van Erp, Gründer der Ghost Fishing-Taucher und Tauchkoordinator für HEALTHY SEAS.

Wie sind Sie zu HEALTHY SEAS gekommen? Woher kam die Motivation, die Bergung der Netze ehrenamtlich zu machen – die Arbeit ist ja zeitintensiv und gefährlich.​
Seit vielen Jahren taucht unser Team nach Schiffswracks. An diesen Tauchplätzen findet man oft Netze, die beim Fischen hängengeblieben sind. Unser Team hat die Initiative ergriffen, um  gemeinsam mit anderen gleichgesinnten Tauchern Aufräum-Tauchgänge zu organisieren. Dies hat die Gründer der Healthy Seas-Initiative auf uns aufmerksam gemacht. HEALTHY SEAS hat uns angeboten, die geborgenen Fischernetze zu übernehmen, um daraus wieder etwas Nützliches zu machen. Das Entfernen von Netzen ist eine hochpräzise Arbeit und nicht ungefährlich. Deshalb arbeiten wir nur mit einem gut ausgebildeten Team. Die Mitglieder kennen sich gegenseitig sehr gut und jeder befolgt die sehr strengen technischen Standards und Verfahren, um maximale Sicherheit zu gewährleisten.

Woher weiß man, wo sich Netze befinden? 
Dies ist leider sehr einfach zu beantworten: Netze befinden sich auf jedem Objekt, das sich vom sandigen Meeresboden abhebt. Dies kann ein Wrack, ein Stein oder ein Riff sein, oder eine Anhäufung von Müll. Netze können an allem hängen bleiben, was sich vom Meeresboden abhebt.

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Wo tauchen Sie und wie oft? Wie sieht ein Tauchgang aus? Wer gehört zum Team? 
Wir tauchen in ganz Europa und an jedem Wochenende, wenn die Wetterbedingungen es zulassen. Zum Beispiel bedeutet ein normaler Nordseetauchgang in unserem eigenen Land (den Niederlanden) zwei Tauchgänge pro Tag, bei ruhiger See (Gezeitenwechsel). Das Intervall beträgt dann 6 Stunden. Wir tauchen mit einem Team von 6-12 Tauchern, die alle geschult sind und auf dieselbe Weise arbeiten, sodass wir schnell auf Probleme reagieren können, die unter Wasser auftreten können.

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Zur Bergung gehört auch die Rettung von Tieren. Welches Erlebnis ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Bei der Rettung von Tieren gibt es keinen Einzelfall, der in Erinnerung bleibt. Was ich beobachtet habe ist, dass kein einziges Tier vor Geisternetzen sicher ist. Leider finden wir alle Arten von Fischen, die in Netzen verheddert sind, sowie Haie, Delfine, Robben und auch seltener vorkommende Tiere wie Kraken, Seesterne oder sogar Seegurken. Wir haben alles gesehen und es ist sehr beunruhigend.

Was spornt Sie an, mit der Arbeit weiter zu machen? 
Geisternetze sind ein großes Problem, das von Tag zu Tag größer wird. Es wird geschätzt, dass jedes Jahr in den Meeren und Ozeanen 640.000 Tonnen Fangnetze verloren gehen oder aufgegeben werden. Bei jedem Tauchgang stoßen wir auf neue, verlorene Netze. Als Team versuchen wir unser Bestes, um dieses Problem aktiv zu lösen und indem wir Maßnahmen ergreifen, um die Öffentlichkeit darüber zu informieren.

Kurzbiografie
Pascal ist ein von GUE geschulter Spezialist im technischen Tauchen, mit Schwerpunkt Wracktauchen. Weltweit hat er Hunderte von Tauchgängen gemacht. Während dieser Tauchgänge stieß er immer wieder auf herumschwimmende Fischernetze und sah, welche traurige und schwere Konsequenzen dies für die Unterwasserwelt hat. Da er im Jahr 2009 das erste holländische Projekt der Nordsee-Säuberung mitbegründete, war für ihn die Befreiung der Nordsee von herrenlosen Fischernetzen ein wichtiges Anliegen. Seine Erfahrungen und seine Vision brachten Pascal 2012 dazu, seine Tätigkeit als Taucher voll und ganz dem Umweltschutz zu widmen. So gründete er die Ghost-Fishing-Stiftung – eine internationale, gemeinnützige Organisation von freiwilligen Tauchern, die die Initiative zur Beseitigung der in Meeren verlorenen Fischernetze ins Leben rief und heute diese unterstützt und fördert.